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Ein fruchtiges Stück Thurgau
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Die Kirchen

 

Das Gebiet von Egnach, Roggwil und Horn wurde im Mittelalter der ‚Mutterkirche Arbon’ zugeteilt. Dorthin musste jeder zur Messe gehen. Jede Kindstaufe, jede Beerdigung fand dort statt, was in kalten Wintern oft sehr hart gewesen sein muss. Man stelle sich einen Leichenzug im Schneetreiben vor mit dem Sarg auf einem Schlitten, von Erdhausen zur Kirche Arbon! Die Alten und Kranken hatten gar keine Möglichkeit. So wurde für sie eine Kapelle in Erdhausen und Steinebrunn erbaut, wo der Priester von Arbon hin und wieder per Pferd oder Schiff heranreiste und eine Messe zelebrierte.
In der Reformation wandte sich auch das Egnach geschlossen dem neuen Glauben zu, und die katholischen Familien verliessen die Gemeinde. Aus den Kapellen wurden Wagenremisen. Den Egnachern aber missfiel der Kirchgang nach Arbon immer mehr. Sie wollten eine eigene Kirche haben. Der damalige Bischof unterstützte sie und war einverstanden mit einer Ablösung von Arbon, weil er dachte, dass er die lästigen Egnacher los habe und das Städtchen Arbon wieder ganz rekatholisieren könne, eine Rechnung, die aber später nicht aufging.
Die neue Kirche sollte an einem Wegkreuz zu stehen kommen. Hier schnitten sich der Weg von Romanshorn nach St.Gallen mit dem von Arbon nach Weinfelden. Ein Gasthaus stand dort, das später ‚Traube’ benannt wurde. Drei grosse Güter verteilten sich hier. Im Norden waren es die Höfe ‚Siffertshaus’ und ‚Weerd’. Von der Wegkreuzung nach Westen dehnte sich ‚Mosershaus’ aus, das dem Heiliggeistspital St.Gallen gehörte. Davon wurde ein Teil Land abgetauscht für den künftigen Kirchplatz. Die Kirche wurde dank modernsten rationellen Methoden in einer Rekordzeit erbaut. Brückenbauer Grubenmann aus Teufen erschien mit einer eingespielten Akkordgruppe von 25 Maurern, 7 Steinmetzen, 15 Zimmermannen und 4 Schreinern auf den Bauplatz. Am 2. April wurde der erste Eckstein gelegt und am 4. November der Turmknopf aufgesetzt. Die Kirchbürger aber mussten graben, einen Teil des Materials auf den Platz schaffen und wurden sonst nur als Handlanger gebraucht oder rührten Pflaster an. Bis zu 308 von ihnen schufteten in Fron auf dem Bauplatz.
Am Schluss wurden drei Glocken rheinaufwärts über Stein am Rhein – Konstanz zum Hafen Luxburg transportiert und auf Fuhrwerken zur Kirche gebracht. Eine vierte Glocke wurde in Lindau gegossen; sie war die schwerste.
In der neuen Kirche hatte jeder Bürger seinen Platz. Je nachdem, wer wie viel Geld daran bezahlt hatte, bekam einen eigenen Sessel mit Rücken- und Armlehne, der vererbt wurde. Das gewöhnliche Volk sass auf einfachen Holzbänken. Damit der Pfarrer eine Wohnung hatte, baute man ihm bald ein schönes Riegelhaus neben der Kirche. An dem neuen Gotteshaus hatten aber die Einwohner von Frasnacht, Feilen und Speiserslehn kein Interesse. Sie bildeten die 12. bzw. 13. Rotte der Gemeinde und besuchten weiterhin die näher gelegene Kirche in Arbon. Es war der Beginn ihrer Ablösung.

Jakobskapelle, Galluskapelle, evangelische Kirche
 

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