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Ein fruchtiges Stück Thurgau
vorhergehendes Ereignis

Das 20. Jahrhundert

1900 - 2000

Das Jahrhundert begann mit Umwälzungen, wie sie seit Jahrhunderten niemand erlebt hatte. Um 1900 wurden fast alle Häuser erstmals mit fliessendem Wasser versorgt. Dann folgte der Einzug der Elektrizität in die Stuben und verlängerte den Arbeitstag. Zusammen mit dem Bau der Bahn und dem neuen Strassennetz löste das eine totale Umkrempelung des Lebens aus. Die Pferdekutschen verschwanden, erste Autos knatterten über die staubigen Strassen, und die Schindeldächer wurden ganz verboten – eine teure Sache für die Egnacher, mussten sie doch deshalb den ganzen Turmhelm der Kirche abreissen und erneuern. In den Haushalten begannen die Frauen elektrisch zu kochen; der Boiler lieferte warmes Wasser. Es war nicht mehr weit bis zum warmen Bade in der Waschküche. Das alte Kohlebügeleisen fand endgültig den Weg ins Brockenhaus. Die Gemeinde Egnach begann zu wachsen, und Gewerbebetriebe nahmen an Zahl zu. Der Telegraph wurde überholt vom Telefon; jetzt konnte man direkt sprechen, und anfangs der Zwanziger Jahre hielt das Radio seinen Einzug. So etwas hatte die Welt noch nie erlebt - in wenigen Jahrzehnten.
Die beiden grossen Kriege stoppten diese rasante Entwicklung, doch nach 1945 wuchs die Wirtschaft wieder und überhitzte sich in den Sechzigern. Das Wachstum schien unbegrenzt, das Fernsehen hielt Einzug in die Stuben, die Frauen benutzten nun Waschmaschinen für Wäsche und Geschirr, man kaufte sich ein eigenes Auto und baute sich ein Häuschen. Und weil immer mehr Energie gebraucht wurde, baute man Atomkraftwerke. Der ganze Abfall aus dieser überbordenden Hochkonjunktur aber landete in den Wäldern, Bächen und in Landschaftsmulden. Die schmutzige Industriebrühe floss ungeklärt in den See, vergiftete die Fische, machte das Baden unmöglich und bedrohte das Trinkwasser. Ein schnelles Umdenken war unumgänglich. Der grosse Trinkwasserspeicher drohte zu kippen. Nun wurden Stimmen laut von Umwelt-, Natur-, Landschafts- und Gewässerschutz. Strenge Gesetze wurden erlassen und gigantische Summen mussten bereitgestellt werden, um den See mit Kläranlagen zu retten. Die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau begann Massnahmen zu treffen, damit das Land nicht völlig zersiedelt wurde. Baureglemente sollten Wildwuchs verhindern. Das wilde Ablagern von Müll in Bächen, Wäldern und am See fand endlich ein Ende; die Gemeinde organisierte 1964 die Kehrichtabfuhr. 1974 nahm die Kehrichtverbrennung in Hefenhofen den Betrieb auf. Gleichzeitig begannen Glas- und Altpapiersammlungen. Der Ölschock riss 1973 die ganze Wirtschaft in eine tiefe Krise und machte allen die Begrenztheit und Abhängigkeit vor Augen. Unbegrenztes Wachstum erwies sich als eine Utopie. Man begann erstmals nach Alternativenergien zu suchen und ist heute noch daran. Die Sorge um das Wasser verlangte aber weitere grosse Opfer. Die ganze weitläufige Gemeinde musste an die Kanalisation angeschlossen werden, was viele Jahre dauerte. Die Auffüllung des Luxburgareals mit Bauschutt aus dem Neubau der Seestrasse brachte der Bevölkerung 1978 einen idyllischen Badeplatz. Wiedehorn wird seit 1950 als Badeplatz der Gemeinde gepflegt. 1982 bewilligten die Stimmbürger den Neubau eines Mehrzweckgebäudes, nachdem man jahrelang um einen Strandort gerungen hatte. Auch der Bau des neuen Werkhofes beim Bahnhof Neukirch wurde ein gelungenes Werk mit einem guten Standort für die Feuerwehr. In der jetzigen Zeit befasst sich die Gemeinde mit der Wasserversorgung. Die bisherigen Korporationen, die über hundert Jahre tätig waren sind aufgelöst. Die Versorgung ist in Händen der Gemeinde.

Gebäude aus dem 20. Jahrhundert
 

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